© C. Arnoldi
Tobias Scharfenberger
Geschäftsführender Intendant
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des moselmusikfestivals, im Frühjahr 1838 schrieb Robert Schumann in sein Tagebuch „Drei wundervolle Frühlingstage in Erwartung auf einen Brief zugebracht und dann die Kreisleriana gemacht in vier Tagen – ganz neue Welten thun sich mir auf.“
… anders als gewohnt – nicht im Dezember – sondern ausnahmsweise im Frühjahr, halten Sie nun endlich das Festivalprogramm 2023 in den Händen. Mit gutem Grund: „ganz neue Welten thun sich mir auf“ – auch hier. Nach mehr als zweijährigen Sondierungen, Verhandlungen und Vorbereitungen ist es uns gemeinsam mit unseren luxemburgischen Partnern gelungen, mit der Gründung der moselmusikfestival asbl das besondere Flair unseres Festivals künftig auch grenzüberschreitend, entlang der luxemburgischen Mosel, anbieten zu können.
Doch wir verstehen dieses Zitat von Robert Schumann deutlich vielschichtiger. An vielen Stellen unserer bisher vertrauten Lebenswelt tun sich neue Welten in einer Art und Weise auf, die wir uns so noch vor kurzem kaum vorstellen konnten: die Veränderungen infolge einer weltweiten Pandemie und der gegenwärtig mitten in Europa wütende Krieg, der auch in unseren Breitengraden immer spürbarer werdende Klimawandel, die permanente Beschleunigung unseres Alltages infolge der Digitalisierung und eine zunehmend fragmentierte Medienwelt. Bisher Selbstverständliches und Vertrautes verändern sich gerade teils schleichend, teils mit ungeheurer Wucht, in jedem Fall jedoch tiefgreifend.
Kulturveranstaltungen mögen in einer solch unruhigen Welt zunächst wie aus der Zeit gefallen wirken. Umfassende Studien belegen jedoch längst, dass Kunst und Kultur in all ihren Spielarten, über die gesamte Lebensspanne eines Menschen Quellen für Inspiration, Trost, Erbauung, Zerstreuung oder Unterhaltung darstellen. Indem sie physisch und in Gemeinschaft erfahrbar sind, tragen sie nachweislich zur Förderung unserer Gesundheit bei, wecken unsere kreativen Potenziale und unsere Phantasie. „Live“-Erlebnisse sind durch nichts zu ersetzen. In diesem Sinne wollen wir Sie mit unserem diesjährigen Programmangebot einladen, in Ihrer nächsten Umgebung neue Welten zu entdecken. Sei es durch neue Spielstätten wie die zauberhafte Orangerie des Schlosses Bekond, sei es, indem Liv und Nadia Migdal Ihnen gemeinsam mit Daniel Gerzenberg geniale und vergessene Literatinnen und Komponistinnen vorstellen. Erleben Sie, wie mit Janus Hochgesand, Danae Pappamathäou-Matschke, Kotaro Fukuma und Lisa Wolfert vor Ihren Augen zu Musik und Literatur ein großformatiges Gemälde entsteht. Begeben Sie sich mit Matthias Grünert auf einen Orgel-Halbmarathon oder zoomen Sie sich mit Joseph Moog, Fabrice Bollon und dem Württembergischen Kammerorchester in die Welt sämtlicher Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven. Lassen Sie sich von Ana de la Vega, Dominik Wagner, Paul Rivinius und Lauma Skride davon überzeugen, dass nicht immer nur Violine, Violoncello und Klavier die Ingredienzien für einen wunderbaren Kammermusikabend sein müssen. Und The Erlkings treten den Beweis an, dass Schubert ein Singer-Songwriter war. Daneben bieten beispielsweise unser Eröffnungs- und Abschlusskonzert die Wiederbegegnung mit großformatiger Orchester- und Chorliteratur in hochkarätigen Besetzungen. Und exklusiv beim diesjährigen moselmusikfestival haben sich Max Mutzke, Thomas Quasthoff sowie Marialy Pacheco und ihr Trio zu einer einmaligen Jam-Session verabredet.
Nicht zuletzt, weil sich unsere Lebenswelt so sehr verändert, hat das zur Folge, dass sich „das Konzertpublikum“ weitaus vielschichtiger zusammensetzt als noch vor fünfzehn oder zwanzig Jahren. Dem wollen wir auch mit unserer Programmgestaltung und unserer Ansprache Rechnung tragen. Der große Publikumszuspruch in der zu Ende gegangenen Saison bestätigt das.
Angesichts empfindlich gestiegener Kosten in vielen Bereichen unserer Veranstaltungen, liegt uns eine nachhaltigere und ressourcenschonendere Gestaltung des Festivalprogramms am Herzen, so dass wir stetig bestrebt sind, die Menge an Drucksorten, aber auch unsere Energiekosten zu reduzieren, ohne dass Sie dabei auf die gewohnte Qualität unserer Konzerte verzichten müssen.
Das alles ist nicht möglich ohne die leidenschaftliche Arbeit unseres kleinen Festivalteams, in dessen Namen ich mich auf das Herzlichste für die große Unterstützung durch unsere Gesellschafter, den Kultursommer Rheinland-Pfalz, die ungebrochene Treue unserer Sponsoren und unseres Fördervereins „Freunde des Mosel Musikfestivals e. V.“ bedanke. Vergessen wir dabei Eines nicht: Unsere Veranstaltungen sind mehr als über 50 hoffentlich unvergessliche Konzertabende entlang der Mosel. Auch in diesem Sommer beschäftigen wir mehrere hundert ausgebildete Musikerinnen und Musiker, eine Vielzahl an Veranstaltungstechnikerinnen und -technikern sowie Dienstleisterinnen und Dienstleistern. Tausende Gäste aus nah und fern kommen zu unseren Konzerten. Sie benutzen die verschiedensten Transportmittel, stimmen sich auf den Konzertabend in der Gastronomie ein oder lassen ihn bei einem Glas Wein ausklingen und träumen anschließend in einem der Betten der vielen ausgezeichneten Gastgeberinnen und Gastgeber der Region. Das sind die Welten, die sich hinter einer, zwei oder drei Stunden berührender Musik verbergen.
Wir freuen uns auf die gemeinsame Entdeckungsreise mit Ihnen.
© Staatskanzlei Rheinland-Pfalz/Elisa Becotti
Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und Schirmherrin des moselmusikfestivals 2023
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Musik, zur neuen Ausgabe des beliebten moselmusikfestivals sende ich Ihnen meine allerbesten Grüße. Sehr gerne habe ich auch 2023 wieder die Schirmherrschaft über dieses wunderbare Musikerlebnis übernommen. Seit über drei Jahrzehnten ist die Konzertreihe eine feste Größe im rheinland-pfälzischen Veranstaltungskanon.
In der 38. Ausgabe des moselmusikfestivals dürfen sich Zuhörer und Zuhörerinnen unter der Überschrift „Ganz neue Welten tun sich mir auf“ auf besondere, kreative Musikformate freuen. Im Einklang mit dem Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz „Kompass Europa: westwärts“ werden viele Konzerte mit Künstlern und Künstlerinnen aus Großbritannien, Frankreich und den Beneluxländern zu hören sein.
Mit Instrumenten, die üblicherweise nicht unbedingt im solistischen Mittelpunkt des Repertoires klassischer Kammermusik stehen, eröffnen sich für aufmerksame Zuhörer und Zuhörerinnen ganz neue Klangwelten. Die Verflechtung von Kammermusik mit „Live“-Painting sorgt für ein Konzerterlebnis mit allen Sinnen.
Den Organisatoren und Organisatorinnen und insbesondere den vielen helfenden Händen danke ich ganz herzlich für ihren leidenschaftlichen Einsatz. Sie sorgen dafür, dass wir jedes Jahr aufs Neue die verbindende Kraft der Kunst und Kultur erleben dürfen. Allen Besuchern und Besucherinnen wünsche ich viel Freude bei den Konzerten und viele spannende musikalische und künstlerische Eindrücke!

Malu Dreyer
Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz
und Schirmherrin des moselmusikfestivals
2022

Katharina Binz© MFFKI
Katharina Binz, Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz
Liebe Musikfreundinnen und -freunde, die Mosel verbindet auf über 500 Kilometern Länge Frankreich, Luxemburg und Deutschland. Sie fließt damit durch das Herz der Großregion aus Saarland, Lothringen, Luxemburg, Rheinland-Pfalz, Wallonien, Fédération Wallonie-Bruxelles und der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. 2023 übernimmt Rheinland-Pfalz für zwei Jahre die Präsidentschaft in der Großregion und der Kultursommer Rheinland-Pfalz richtet deshalb ganz bewusst seinen „Kompass Europa: westwärts“ aus. Dadurch können wir die Kunst und Kultur unserer westeuropäischen Nachbarn und so vieles, was uns gerade hier in dieser alten europäischen Wein- und Kulturregion miteinander verbindet, noch ein wenig besser kennenlernen. Viele schöne Anlässe dazu bieten zum Beispiel die hochklassigen Konzerte des moselmusikfestivals. Die preisgekrönte Flötistin Ana de la Vega setzt mit dem Programm „My Paris“ einen ersten Akzent zum Kultursommer-Thema „westwärts“. Aus Frankreich sind die „Contrebrassens“ zu Gast.
Ebenso gibt es mit unserem westlichen Nachbarland Luxemburg enge Kooperationen im Rahmen der zweiten Auflage des „campus moselmusikfestival“, einem Meisterkurs für Lied-Duos, sowie während der Sommerarbeitsphase des LandesJugendChors.
Das moselmusikfestival, das älteste, größte und bedeutendste Musikfestival des Landes Rheinland-Pfalz und seines Kultursommers, steht beim Motto „Kompass Europa: westwärts“ natürlich besonders im Fokus, bietet es doch viele Gelegenheiten, die internationale Musikszene in vielen spannenden Spielstätten – drinnen und draußen – aber immer nah der schönen Mosel erleben zu können.
Wir Rheinland-Pfälzer verstehen uns ganz selbstverständlich als Europäer. Der kulturelle Einfluss unserer westlichen Nachbarn hat hier eine sehr lange Tradition und ist unglaublich vielfältig – und daher hochgeschätzt.
Ganz herzlich danke ich dem Festival-Intendanten Tobias Scharfenberger und seinem engagierten und kreativen Team sowie allen, die erneut (oder vielleicht auch zum ersten Mal) das moselmusikfestival unterstützen und damit einen herausragenden kulturellen Höhepunkt in der Moselregion möglich machen. Auch ich werde natürlich wieder versuchen, einige Konzerte in meiner Heimatregion mitzuerleben.
Ihnen, liebe Musikfreundinnen und -freunde empfehle ich den Besuch möglichst vieler Konzerte des Festivals 2023 – und wünsche Ihnen viel Freude dabei!
Katharina Binz© Artur Feller
Wolfgang Port, Vorsitzender des Aufsichtsrates des moselmusikfestivals
Sind Sie Genießerin oder Genießer? Und auf der Suche nach einem genussreichen Feuerwerk der Musik? Das moselmusikfestival ist eine Symbiose aus wunderbarer Musik und einer Vielzahl magischer Spielorte, die beim Publikum für pure Freude sorgen. So können Sie sich im Jahr 2023 im Rahmen des moselmusikfestivals wieder auf eine Vielzahl von Konzerten freuen. Und bekanntlich ist die Vorfreude die größte Freude! Seit weit über 30 Jahren unterstützen die Landkreise entlang der Mosel und die Städte Bernkastel-Kues und Trier das Festival aus Überzeugung und auch in dem Wissen, dass es im Hinblick auf Kulturtourismus in unserer Region einen großen Stellenwert hat. Es zieht Kulturinteressierte über die Grenzen hinaus in unsere Region hinein. Das moselmusikfestival ist mittlerweile ein Stück Kulturgut und ein Teil der Seele unserer jahrhundertealten Kulturlandschaft. Wenn das nichts für Genießerinnen und Genießer ist?
Probieren Sie es selbst, die musikalische Vielfalt und das einzigartige Ambiente in den Konzerten des moselmusikfestivals 2023. Ich werde mich auf jeden Fall auf diesen Genuss einlassen… Viel Vergnügen!
Katharina Binz© Sparkasse Trier
Günther Passek, Vorsitzender des Vereins der Freunde des Mosel Musikfestivals e.V.
Sehr geehrte Damen und Herren, die letzten drei Jahre bargen für die Kulturbranche vielfältige Herausforderungen. Die über 500 Mitglieder des Vereins der Freunde des Mosel Musikfestivals e.V. sind froh und stolz wie „unser“ Festival dank der Tatkraft und des Einsatzes der Festivalleitung und des gesamten Teams diese Zeit überstanden hat.
Uns allen ist in diesen Jahren einmal mehr deutlich geworden, welche Bedeutung die Kultur für das menschliche Leben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt hat. Wir freuen uns auf das Festival 2023 und sind sicher, dass das breit gefächerte Veranstaltungsangebot auf eine große Resonanz stoßen wird. Die Vielfalt der Spielstätten und der Musikrichtungen sind Garanten dafür.
Im Namen des Vorstands der Freunde des Mosel Musikfestival e.V. wünsche ich Ihnen eine genussvolle Festivalsaison und hoffe darauf, viele von Ihnen bei dem einen oder anderen Konzert persönlich kennenlernen zu dürfen.
Katharina Binz© Kerstin Philippi
Marc Weyer
Präsident moselmusikfestival asbl
In Luxemburg blieb nicht verborgen, dass das moselmusikfestival eine etablierte Veranstaltungsreihe mit hochklassigen Konzerten in außergewöhnlichen Spielstätten ist.
Gut so, dass die Aktivitäten des moselmusikfestivals nun auf die Luxemburger Mosel, das Miselerland, ausgeweitet werden. Zu diesem Zweck haben engagierte Menschen aus der deutsch-luxemburgischen Nachbarschaftsregion mit Hilfe von LEADER Miselerland im Februar 2023 eine eigenständige Vereinigung nach luxemburgischem Recht namens „moselmusikfestival asbl“ mit Sitz in der luxemburgischen „Moselmetropole“ Grevenmacher gegründet.
Unsere junge und gemeinnützige Vereinigung bietet nun zum Auftakt in der Saison 2023 gleich fünf Konzerte im Miselerland. Als Präsident dieser ASBL freue ich mich sehr über diese Zusammenarbeit und den musikalischen Austausch. Gemeinsam mit den engagierten Mitgründerinnen und Mitgründern sehe ich gute Chancen, um dieses neue Kulturangebot mit gehobenem Niveau im Miselerland zu etablieren.
Denn mit der deutschen Mosel Musikfestival gGmbH wissen wir einen kompetenten Partner an unserer Seite. Unser besonderer Fokus liegt auf dem grenzüberschreitenden Austausch im kulturellen Sinne zur Förderung der europäischen Idee und des musikalischen Nachwuchses beider Länder. Ich bin überzeugt, dass diese Zusammenarbeit für unsere Region, unsere Bürgerinnen und Bürger, die Gemeinden, den Kulturtourismus, Gastronomie und Winzerinnen und Winzer, nicht zuletzt aber auch für Musikschulen und Künstlerinnen und Künstler wichtige Impulse geben kann und Kooperationen entstehen. Ein Dank gilt LEADER Miselerland, die die Gründung der ASBL initiiert und tatkräftig unterstützt haben.